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Sommerexkursion des erweiterten Landesvorstands

Neue Gesichter – neue Ideen. Mit diesen dürren Worten könnte man die Idee des neuen VSVI-Präsidenten Jörg Belten beschreiben, würde der Sache aber nicht gerecht.

Da mit der vorletzten Mitgliederversammlung nicht nur der Präsident neu ins Amt gewählt wurde, sondern sich seither auch in den diversen Bezirksgruppen personelle Änderungen vollzogen haben kam Jörg Belten auf die wunderbare Idee, eine gemeinsame, privat organisierte, Sommerexkursion mit Partnern durchzuführen.

Was lag beim Geburtsort Bad Hersfeld und einem Sommertermin näher als die Krönung eines sehr interessanten aber – nicht nur aufgrund der irrsinnigen Hitze des 14. August – anstrengenden Baustellentags mit einem Besuch bei den Bad Hersfelder Festspielen. Aber der Reihe nach.

Sehr rasch zu Beginn seiner Präsidentschaft war von Jörg Belten die Idee geboren worden, den in weiten Teilen neu gebildeten erweiterten Landesvorstand im Rahmen einer gemeinsamen Sommerexkursion zusammenzuführen. Und da wir ein Berufsverband sind, ist es nach geradezu Pflicht, dies mit einem Baustellenbesuch zu verbinden.

In und um Bad Hersfeld gibt es dazu eine Reihe Gelegenheiten. Dabei ist es glückliche Fügung, dass Jörg Belten zu den beiden letztendlich besichtigten Baumaßnahmen entweder in seinem vorherigen Berufsleben oder in seinem jetzigen Berufsleben engen Kontakt und Bezug hat.

Der Tag begann mit einem Besuch der Baumaßnahme „Ausbau der A 4 in den Abschnitten Hersfeld-West und Hersfeld-Ost“ der Autobahn GmbH. Nach einer etwa einstündigen Einführung in die Baumaßnahme im Baubüro der Autobahn GmbH konnten wir zu Fuß auf die Baustelle gehen, dessen „tollstes Stück“ ein 100 m langes und 110 t schweres Brückenbauwerk ist. Dieses wurde schon sehr frühzeitig an seine Endposition geschoben, was den restlichen Bauablauf nicht nur erleichtert, sondern deutlich vereinfacht.

Eine Begehung der Brücke mit dem fast vollständig ausgelegten Bewehrungsstahl macht auch deutlich, wie viel Handarbeit noch bei derartigen Bauwerken geleistet werden muss. Bis zu 10 m hohe Lärmschutzwände, die Überquerung der Fulda und ihres Altarms durch das Autobahnteilstück und die vollständige Erneuerung von etwa zehn größeren und kleineren Bauwerken – darunter auch eine Bahngleisüberführung – führt die Komplexität dieser Baustelle vor Augen.

Im Anschluss wurden wir im Baubüro der DEGES in die Baumaßnahme „B 324 Ersatzneubau Brücke Peterstor“ eingeführt. Hierbei handelt es sich um ein innerstädtisches Projekt auf einer der Hauptmagistralen der Stadt Bad Hersfeld mit der Überquerung einer bislang dreispurigen und zukünftig vierspurigen ICE-Strecke.

Die einzuhaltenden Erschütterungswerte erlaubten keine Sprengung des Bauwerks, sodass dieses aufwendig in nur wenige Tage dauernden Sperrpausen mechanisch abgerissen werden musste. Um den Verkehr weiter fließen lassen zu können, wird die Brücke in zwei Phasen abgerissen bzw. neu gebaut. Die heutigen Anforderungen an die Bewehrung und den einzubauenden Beton stellen alle Projektbeteiligten vor riesige Herausforderungen und zumindest den Beteiligten der Baufirma ist nicht immer ganz klar, warum man so und nicht anders entschieden hat.

Obwohl nicht zwingend vorgeschrieben wurde für die Maßnahme ein Planfeststellungsbeschluss durchgeführt. Dies erwies sich mehr als einmal als der richtige Schritt; galt es doch u.a. auch eine zeitweise Besitzeinweisung durchzusetzen.

Nach diesen beiden beeindruckenden Besichtigungen und einer kurzen Erfrischung traf man sich zum gemeinsamen Abendessen, um anschließend das von der Kritik hoch bejubelte Musical „Something Rotten“ der Bad Hersfelder Festspiele in der berühmten Stiftsruine zu besuchen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass diese Idee einer gemeinsamen Sommerexkursion eine hervorragende war und hoffen auf eine Wiederholung im kommenden Jahr an anderer Stelle mit neuen, wieder interessanten Einblicken und tollem Kulturerlebnis.

 

Text und Fotos: Bernd Krempel

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