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Baustellenexkursion zur Regionaltangente West (RTW) in Neu-Isenburg

Am Montag, den 10. August 2026 besichtigte die Bezirksgruppe Darmstadt die Regionaltangente West, genauer gesagt, das Tunnelbauwerk in Neu-Isenburg. Anschließend gab es einen Vortrag des Geschäftsführers Dipl.-Ing. Horst Amann über die Gesamtmaßnahme.

Momentan wächst die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main weiter. Immer mehr Menschen zieht es in die florierenden Wirtschaftsstandorte im südlichen Hessen, wobei steigende Bewohner- und Pendlerzahlen die Kapazitäten des bisherigen Verkehrsnetzes an seine Grenzen bringen. Eine Antwort auf die wachsende Nachfrage ist das Stadtbahnprojekt „Regionaltangente West“ (RTW).

Die sowohl westlich als auch südwestlich der Stadt verlaufende Strecke verbindet die umliegenden Kreise und Gemeinden und schafft neue Direktverbindungen zwischen dem Hochtaunuskreis, dem Main-Taunus-Kreis, Frankfurt Höchst, dem Flughafen Frankfurt am Main und dem Kreis Offenbach. Sie entlastet damit wesentlich den Knotenpunkt Frankfurter Hauptbahnhof sowie die stark frequentierten Linien ins Stadtzentrum.

Zu Beginn besuchten wir die die Tunnelbaustelle in Neu-Isenburg, durch welche uns der RTW-Projektleiter Markus Jeßberger führte. Unmittelbar südlich des Bahnhofs taucht hier die RTW in Fahrrichtung Süden gesehen unter allen Gleisen der DB von West- in Ostlage durch. Noch im Tunnel teilt sie sich hier in die Hauptrichtung nach Dreieich-Buchschlag sowie den Appendix in die Stadt Neu-Isenburg.

Der Tunnelbau erfolgte hier unterhalb von Gleisbrücken in offener Bauweise. Aufgrund des geringen Platzes zwischen Tunneldecke und Gleisbrücke musste die Decke im Tunnel in halber Höhe hergestellt werden. Anschließend wurde sie mit Pressen nach oben in die Endlage gedrückt. Eine nicht alltägliche Variante.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse wurde auch der Abzweig nach Neu-Isenburg in den Tunnel gelegt.

Bei Temperaturen über 35 Grad und prallem Sonnenschein war der Gang eine schweißtreibende Angelegenheit, wobei der Tunnel eine angenehme Abkühlung brachte.

Danach gings nach Gateway Gardens. Hier stellte uns Hr. Amann die Herausforderungen des Großprojektes vor. Und diese hat die RTW in vielfältiger Weise zu bieten. Beispielhaft berichtete er von den technischen Schwierigkeiten am Tunnel in Höchst, wobei hier die DB-Strecke im Mindestradius durch die RTW unterquert wird. Aufgrund der vielen Zwangspunkte durch die umliegende Bebauung ein ingenieurtechnisch anspruchsvolles Bauwerk. Und da momentan überall im Bahnbereich gebaut wird, musste die erste Ausschreibung Mangels Bietern aufgehoben werden.

Eine weitere Herausforderung ist sicher die Zusammenarbeit mit der DB. Aufgrund der vielen Schnittpunkte und zeitlichen Abhängigkeiten, hier seien u.a. die Sperrpausen erwähnt, ist eine enge Abstimmung von RTW und DB erforderlich. Einfacher macht es hierbei die Konkurrenz um die möglichen Baufirmen nicht.

Aufgrund von Kosten in Höhe von ca. 2 Milliarden Euro steht die Projektleitung auch vor Herausforderungen bei der Finanzierung. In dieser Größenordnung funktioniert es nur mit Fördergeldern des Bundes, des Landes Hessen und der EU sowie Finanzmitteln der beteiligten Kommunen.

Zum Schluss wünschten wir Herrn Amann und seinem Team viel Erfolg bei der Bewältigung der noch vor ihm liegenden anspruchsvollen Aufgaben und kündigten schon mal einen weiteren Besuch an. Denn den Tunnel in Höchst wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Abschließend ging es ins Naturfreundehaus Mörfelden-Waldorf. Bei Speis und Trank klang der Tag beim netten Gespräch aus.

Text und Fotos: Holger Witt

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