DVR-VSVI Webseminar: “Sichere Landstraßen erkennen, bewerten und verbessern” Bei Unfällen auf Landstraßen starben im Jahr…
Die VSVI Bayern e.V. wurde 50 Jahre alt…
… und feierte das gebührend am 10. Juli 2026 bei glühender Hitze in München im „Paulaner Nockherberg“, eine vor allem durch das Starkbierfest bekannte Eventlocation, mitten in der Stadt. München im Juli heißt für Zugereiste ausgebuchte Hotels, da die Stadt viele Veranstaltungen bietet und natürlich aus allen Nähten platzt. Unter anderem fand am folgenden Tag in der Allianz-Arena ein Konzert einer bekannten südkoreanischen Boyband statt, was sicher die Organisatoren der 50 -Jahrfeier zu Beginn ihrer Vorbereitungen nicht ahnen konnten.
Das Lokal befindet sich in der Hochstraße in München, eine lange städtische Meile direkt an der Isar. Die Hotels sind dort aneinandergereiht, wie auf einer Perlenkette. Ich hatte Glück und kam in einem Hotel am Beginn der Straße unter und so war es zwar Zufall, auf dem Weg zum „Paulaner“ an jedem Hotel bekannte Kolleginnen und Kollegen anzutreffen, aber damit wurde der Weg sehr unterhaltsam.

Die VSVI Bayern ist von den 14 Landesvereinigungen die mitgliederstärkste Berufsvereinigung. Ihre 2.500 Mitglieder sind regional in 7 Bezirksgruppen organisiert. Zu ihrer 50 Jahrfeier waren auch die Vorsitzenden, Präsidenten und Präsidentinnen der Ländervereinigungen und der Vorstand der Bundesvereinigung eingeladen. Da in Bayern die Schulferien im Sommer erst Anfang August starten, wurde der 10.Juli 2026 für die Veranstaltung ausgewählt. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings bis auf NRW und Baden-Württemberg in allen Bundesländern die Sommerferien begonnen und so machte sich auch unter den angereisten Gästen diese „Sommerlücke“ bemerkbar.
Da unser Präsident Jörg Belten auch schon im Sommerurlaub war, bat er mich als frischgewählte Ehrenpräsidentin der VSVI Hessen die Einladung des bayerischen VSVI-Präsidenten Rainer Popp anzunehmen und an der Veranstaltung teilzunehmen.
Auch nahmen die Vorsitzenden der VSVI Hamburg und Thüringen an der Veranstaltung teil.
Der Festsaal beeindruckte durch seine Größe und war sehr schön gestaltet und geschmückt. Bereits beim Eintreten kam feierliche Stimmung auf.

Zwei Musiker eröffneten den offiziellen Tei der Veranstaltung, dem sich die Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der VSVI Bayern, Ministerialrat Dipl – Ing. Rainer Popp anschloss.
Die angekündigte Festrede des Staatsministers Christian Bernreiter musste aufgrund seiner Teilnahme an der Bundesratssitzung einer kurzen Videobotschaft weichen. Als Festredner wurde er vom Amtschef Ministerialdirektor Dr. Thomas Gruber vertreten. Nach ihm übermittelte der Präsident der BSVI Dipl.-Ing. Bernhard Knoop herzliche Grüße.


Alle Redner hielten sich kurz und in der Zwischenzeit wurde vom Personal des Paulaner sehr leise das Buffet hergerichtet. Der Duft der Speisen brachte dann aber doch die erwartete Unruhe in den Raum. Wer erwartet hatte, dass nach der letzten Begrüßungsrede dieses Buffet eröffnet wird, war bei der Ankündigung der noch ausstehenden Festrede enttäuscht. Allerdings ließ die Ansage des Festredners alle Gäste aufhorchen und mit dem Auftreten von diesem war der Saal vor Faszination sehr still. Diese Stille wurde sehr schnell von herzhaftem Lachen unterbrochen, denn der Vortragende, Kriminalpsychologe Prof. Dr. Thomas Müller (von Statur und Alter allerdings nicht mit dem Fußballer zu verwechseln) kam aus Innsbruck, sprach mit einem wunderbaren Tiroler Dialekt und konnte seine Ausführungen anhand vieler Anekdoten und Beispielen erläutern.

Das er über die Möglichkeiten der Stärkung der eigenen Resilienz ausschließlich frei eine Stunde sprechen konnte, versteht sich, wenn man seine beeindruckende Vita liest. Prof. Dr. Müller ist ein weltweit anerkannter Fachmann, der seine berufliche Laufbahn als Polizist in Innsbruck begann, nebenbei Psychologie studierte und in Kriminalpsychologie und Forensischer Psychiatrie promovierte. Ab dem Jahr 1993 baute er im Bundesministerium für Inneres in Wien den Kriminalpsychologischen Dienst auf, den er bis 2004 leitete. Er ist gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger für Kriminalpsychologie und Europas führender Kriminalpsychologe, der zur Aufklärung einiger der spektakulärsten Serienmorde der Gegenwart herangezogen wurde. Als einer der ersten im deutschsprachigen Raum forschte er zu dem Thema “Gewalt am Arbeitsplatz”. Seine Erlebnisse und sich daraus ergebende Erkenntnisse hat er in zwei Büchern bisher veröffentlicht.
Seine Anregungen und Empfehlungen zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen und Krisen untermauerte er immer wieder mit Beispielen, in denen Menschen aufgrund von Kriegen, Armut und Naturkatastrophen eine wesentlich schlechtere Perspektive haben, um uns Zuhörenden einen anderen Blick auf unsere Sorgen, Ängste und unsere Erwartungshaltung zu geben. In diesen Momenten war der Saal still und viele nickten zustimmend mit ihren Köpfen. Der Vortrag hat einen großen Eindruck hinterlassen und war inhaltlich Thema bei den anschließenden Gesprächen unter den Teilnehmenden.
Endlich konnte das Buffet eröffnet werden. Ich nahm die Gelegenheit wahr und überreichte Rainer Popp das Geschenk der VSVI Hessen, ein Buch mit Empfehlungen zu Sehenswertem in den Regionen Hessens und damit als Anregung für künftige Exkursionen der Bezirksgruppen Bayerns.

Es war ein wunderschöner Abend, der mit dem freundlichen Hinweis der Security endete, wir mögen nun doch das Lokal verlassen.
Mit den zwei Büchern des Kriminalpsychologen unter dem Arm (die konnte man natürlich vor Ort erwerben) und total glücklich von vielen anregenden Gesprächen gingen wir um Mitternacht wieder in der Gruppe zurück ins Hotel.
Text und Fotos: Kathrin Brückner
