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Asphaltstraßentag am 28. Januar 2026 in Friedberg

Aktuell, aktueller, Asphaltstraßentag.

Unter diesem Motto hätte man den diesjährigen Asphaltstraßentag der VSVI Hessen in Friedberg gut zusammenfassen können. Dies spiegelte sich auch in der Teilnehmerzahl wider. Mit 155 Anmeldungen war der Vortragssaal wieder sehr gut gefüllt.

Gut gefüllt war erstmals auch der komplette Vorraum der Stadthalle Friedberg. Hier hatten sich zehn Aussteller mit ihren Produkten und Dienstleistungen präsentiert und sehr große Resonanz bei den Seminarbesuchern gefunden.

Präsentiert wurden Lösungen zur Temperaturabsenkung, zur Optimierung der Baustellenlogistik und zur Verbesserung der Asphalt- und Straßenqualität. Aussteller und Besucher zeigten sich sehr angetan von den im Rahmen des Seminars zur Verfügung gestellten Möglichkeiten des Austauschs.

Im Seminar hat nicht nur das unmittelbar vor der Haustür stehende Thema TA-Asphalt breiten Raum eingenommen. Auch wurde dem Publikum eine im Endstadium der Entwicklung befindliche praxistaugliche Methode zur zerstörungsfreien Schichtdickenmessung mit Radar vorgestellt sowie das Thema Schichtenverbund, welches mit dem TA-Asphalt neuerliche Aktualität gewinnt, beleuchtet. Und gleich zu Anfang erhielten die Teilnehmer einen Überblick über das, was sich sonst noch Aktuelles im Asphaltstraßenbau tut.

Diesen Einstieg wählte auch Andreas Stahl, Referent Asphaltbauweise und -technologie im Deutscher Asphaltverband e.V. und gab den Teilnehmern einen Überblick über die Themen Digitalisierung, Haushaltslage, alternative Brennstoffe an den Asphaltmischanlagen sowie Nachhaltigkeit und Arbeitsplatzgrenzwert, was die Brücke schlug zum Themenblock TA-Asphalt.

Vorher jedoch informierter Herr Dr. Hermann von der Firma ilmsens, Ilmenau über eine Entwicklung zur zerstörungsfreien und präzisen Schichtdickenmessung der verschiedenen Asphaltschichten mittels Radar. Die Methode vereint viele Vorteile in sich und wird mit der Marktreife voraussichtlich großflächigen Einsatz finden.

Mit dem Vortrag „Ausschreibung und Umsetzung von Maßnahmen mit TA – Erfahrungen aus Sicht der Straßenbauverwaltung“ eröffnete Dr. Oliver Kuhl, Dezernatsleiter Bau von Hessen Mobil das Themenfeld TA-Asphalt und gab interessante Einblicke in die bisher gesammelten Erfahrungen. Da sich diese auf eine relativ geringe Fläche im Verhältnis zu den Gesamtbaumaßnahmen von Hessen Mobil beziehen, werden alle Ausschreibungen des eigenen Hauses ab sofort als TA-Maßnahme ausgeschrieben werden.

Nahtlos fügte sich dem dann der Vortrag von Herrn Hendrik Bloy, Geschäftsführer MHI Asphalt GmbH an, in dem dieser über die im eigenen Haus gemachten Erfahrungen bei Baumaßnahmen mit TA-Asphalt berichtete. Dass sich dabei für den Hersteller die ein oder andere (negative) Überraschung offenbart wurde mit eindrucksvollen Bildern belegt. Der Vortrag von Herrn Bloy muss alle Mischanlagenbetreiber aufrütteln.

Herr Swen Meier, GF Rohde Tief- und Straßenbau GmbH, rundete den reinen TA-Block mit seinem Referat über Erfahrungen aus der Baupraxis ab. In seinem sehr lebendigen Vortrag ging Herr Meier auf die Herausforderungen ein, die die Einbaukolonne erwartet. Diese können jedoch bei Beachtung der notwendigen Vorkehrungen und möglicher Tücken gut gemeistert werden und liefern im Ergebnis eine Straße, die mindestens genauso gut und langlebig ist wie mit den bisherigen konventionellen Bauweisen auch – bei deutlich verbessertem Schutz der Einbaukolonnen.

Neben der reinen Temperaturabsenkung berichtete Herr Julian Zimmermann, Niederlassungsleiter Frankfurt der Firma Bunte, über die Erfahrungen auf einer Baumaßnahme, deren mitentscheidendes Kriterium ein möglichst geringer Ausstoßung von Treibhausgasen (CO2e) war. Unter anderem sehr beeindruckend war dabei, dass eine Nachfrage über die KI schon sehr detaillierte Ergebnisse zutage brachte, wo das Potenzial zur Absenkung des CO2e-Ausstoßes am ehesten zu suchen ist. Der Planungs-, Nachweis- und Dokumentationsaufwand ist noch einmal ein gutes Stück höher, als wir dies im nicht nachweisarmen Bürokratieland Deutschland bereits kennen. Das gehobene Potential zur Absenkung des CO2e-Ausstoßes um rd. 900 t ist jedoch aller Mühen wert.

Den Abschluss dieses sehr informativen Asphaltstraßentags bildete der Vortrag von Herrn Dr. Stefan Böhm, Akad. Direktor TU Darmstadt, der das gerade im Zusammenhang mit TA-Asphalt kritische Thema Schichtenverbund mit seinem Vortrag „Einfluss von Sprühmitteln und Fertiger mit Sprühvorrichtung auf den Schichtenverbund“ beleuchtete. Für die Lebensdauer der Straße kann das Thema Schichtenverbund nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Am Ende dieses diskussions- und inhaltsreichen Asphaltstraßentags bedankte sich Herr Krempel bei allen Referenten und Teilnehmenden für einen gelungenen Austausch und eine erfolgreiche Veranstaltung.

Text: Bernd Krempel, Deutsche Asphalt
Foto: Jens Baumann, Huesker Group

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